Kein Sommerloch beim Thema Pelz
Dieser Sommer wird heiß, besonders für Pelzgeschäfte
Frankfurt • Schlechte Zeiten für Geschäfte, die Pelz noch immer im Sortiment führen. Der Handel mit immer mehr Arten von Tierfell wird verboten (erst Hunde- und Katzenfell, jetzt auch noch Robbenfell) und die Akzeptanz von Echtpelzprodukten wird immer geringer. Auch die Pelzgegner gönnen sich kein hitzefrei. Denn besonders jetzt, wenn kaum jemand an „Pelz“ denkt, nimmt das Leiden auf den so genannten Pelztierfarmen seinen schrecklichen Lauf. Um die Bevölkerung für diese Problematik zu sensibilisieren, organisiert die TierrechtsInitiative Rhein-Main (TIRM) für Samstag, den 20. Juni eine kleine, aber lautstarke Demonstration.
Die Tierrechtlerinnen und Tierrechtler werden zwischen 12:00 und 17:00 Uhr an vier pelzverkaufenden Geschäften (Türpitz, Pelze Design, Rolf Schulte und ESCADA) jeweils kurz protestieren. Die TIRM-Sambagruppe wird die Demo akustisch begleiten. Treffpunkt ist bei Türpitz (Liebfrauenberg).
ESCADA ist den ehrenamtlich Aktiven bei dieser Protestaktion ein besonderes Anliegen. »Während in München bei coolen Partys in Beach Clubs rote Zahlen jongliert werden, schwitzen z.B. in Aachen-Orsbach zigtausende Nerze ihrer „Ernte“ entgegen«, ereifert sich Viola Kaesmacher von der TIRM. Besonders im Sommer sei die Situation für die Tiere dort besonders schlimm. Der Gestank der eigenen Exkremente werde unerträglich und warmer Fischbrei ist die einzig mögliche „Erfrischung“. Eigentlich sollten sich die Tiere im Wasser ihres Lebens erfreuen, stattdessen vegetieren sie für eine zweifelhafte Mode in viel zu engen Käfigen vor sich hin.
Doch vielleicht werden die Protestierenden für ihre Hartnäckigkeit bald belohnt und Rufe wie »Wir machen euch pelzfrei« und »Pelzfrei oder Pleite« bewahrheiten sich in Kürze. Im Herbst 2007 startete die Kampagne, um ESCADA zum Ausstieg aus dem Pelzhandel zu bewegen. Seit dieser Zeit nahm die ESCADA-Aktie einen schwindelerregenden Abwärtskurs. Dem Unternehmen geht es inzwischen so schlecht, dass die Tochterunternehmen BiBA, Laurèl, apriori und cavita in diesem Monat verkauft werden mussten.
Solange nicht von höherer Stelle dem Pelzhandel ein Riegel vorgeschoben wird, machen Tierrechtler und Tierrechtlerinnen immer wieder auf die Missstände aufmerksam – so wie nächsten Samstag: Mit heißen Samba-Rhythmen gegen kalte Tierausbeutung. Die TIRM freut sich über Unterstützung aus der Bevölkerung. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich den Protesten anzuschließen.
TIRM
